Aufbau und Festigen der Selbstwirksamkeit mit Classtime

Festigen der Selbstwirksamkeit mit Classtime

Selbstwirksamkeit ist eine essentielle überfachliche Kompetenz und wird auch im Lehrplan 21 grossgeschrieben. Die Gesundheitsförderung Schweiz betont, dass Selbstwirksamkeit eine in jedem Lebensalter wichtige Eigenschaft ist, die daher entsprechend gefördert werden sollte, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Das Ziel sollte sein, ein Umfeld zu schaffen, wo eine Vielzahl an Erfahrungen und Empfindungen gemacht werden können, wo Dinge ausprobiert und nochmal probiert werden können, wo Erfolgserlebnisse ermöglicht werden und Fehler sowie Misserfolge als Ansporn gesehen werden können. Wichtig für den Aufbau und das Festigen der Selbstwirksamkeit sind auch soziale Aspekte, dass beispielsweise Kollegen und Bezugspersonen Beobachtungen, Feedback, Zuspruch teilen. Classtime bietet aufgrund seiner Vielseitigkeit verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, die zur Förderung der Selbstwirksamkeit eingesetzt werden können.

 

Was ist Selbstwirksamkeit?

Um es auf den Punkt zu bringen, kann Selbstwirksamkeit mit diesem Pippi Langstrumpf-Zitat zusammengefasst werden: «Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe!»

Personen mit einer starken Selbstwirksamkeit glauben an sich selbst und an ihre eigenen Fähigkeiten und Leistungsfähigkeit. Sie trauen sich zu, etwas dank ihrer Kompetenzen zu erreichen und treten daher selbstbewusster und kompetenter auf. Im Schulalltag machen sich Lernende mit hoher Selbstwirksamkeit bemerkbar, indem sie Freude am Lernen und an neuen Herausforderung zeigen und auch in schwierigen Situationen wie Prüfungen oder Referaten gelassen und leistungsfähig bleiben.

Natürlich ist Selbstwirksamkeit allein kein Erfolgsgarant, aber der Glaube an sich selbst macht Hoffnung auf Erfolge und motiviert zum Durchhalten. Die Gesundheitsförderung Schweiz hebt hervor, dass Selbstwirksamkeit zudem eine zentrale Ressource für körperliches und seelisches Wohlbefinden ist. Wer an sich und seine Fähigkeiten glaubt, ist stressresistenter und ist stolz auf seine eigenen Leistungen. Dies gibt ein Gefühl der Kontrolle, auch in herausfordernden  Situationen. Hinzu kommt, dass, wer seine Kompetenzen  und seine Erfolgsmöglichkeiten positiv einschätzt, eher dazu neigt, langfristige Pläne wie Prüfungsvorbereitungen oder Trainings zu verwirklichen.

 

Wie entsteht Selbstwirksamkeit?

Selbstwirksamkeit muss entwickelt und über Zeit aufgebaut werden. Von Kindesbeinen an trainieren sich Menschen die Selbstwirksamkeit an oder ab. Der Psychologe Albert Bandura, der das Konzept der Selbstwirksamkeit massgeblich geprägt hat, identifiziert vier Faktoren, welche essentiell für den Aufbau von Selbstwirksamkeit sind, nämlich: eigene positive (direkte) Erfahrungen, Beobachtungen (indirekte Erfahrungen) von Problemlösungen durch Personen, die uns ähnlich sind, Ermutigung und Zuspruch (symbolische Erfahrungen) durch andere Personen, besonders durch solche, die man als besonders glaubwürdig einschätzt sowie körperliche und emotionale Empfindungen.

Lehrpersonen spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, die Selbstwirksamkeit von Kindern und Jugendlichen zu festigen. Wenn sie den Schülern Möglichkeiten geben, neue Erfahrungen zu machen  und sich mit den Kollegen auszutauschen, helfen Lehrpersonen ihnen, ihre Fähigkeiten zu stärken und weiterzuentwickeln. Indem sie den Lernenden auch mit Lob und fairem Feedback zur Seite stehen sowie eine positive und angenehme Lernatmosphäre garantieren, können Lehrpersonen ihren Lernenden in ihrer Entwicklung zu selbstwirksamen Individuen stärkend zur Seite stehen.

 

Festigen der Selbstwirksamkeit mit Classtime

Classtime unterstützt den Aufbau und das Festigen der Selbstwirksamkeit durch verschiedene Elemente:

 

  1. Kompetenzorientierte Übungsmöglichkeiten für Lernende, welche substantiell über begriffliches Wissen hinausgehen und deshalb (heraus)fordern
  2. Neutrale und faktenbasierte Rückmeldung eines Systems (faktenbasiert, ohne persönlich oder emotional “aufgeladen” zu sein)
  3. Möglichkeit der neuartigen Ausgestaltung der Rolle der Lehrperson dahingehend, dass diese ihre Rolle anders gewichtet und zwischen der Beurteilung / Korrektur von gelösten Fragen / Herausforderungen einerseits und dem Coaching / Zusprache / dem Begleiten andererseits eine andere Balance findet
  4. Ermöglichung der Erstellung und des Teilens eigener Inhalte und dadurch auf Basis von gelerntem Stoff einen Schritt weiter gehen – beispielsweise Mitschülerinnen unterstützen, sich eigene Fragen überlegen und als Schüler eigene Inhalte erstellen, oder im Schwierigkeitsgrad eine Stufe weiter gehen

 

Kompetenzorientierte Übungsmöglichkeiten

Classtime bietet mehrere attraktive Funktionen, mit denen es möglich ist, kompetenzorientierte Übungsmöglichkeiten für Lernende, die substantiell über begriffliches Wissen hinausgehen, zu erstellen. Mit den verschiedenen Fragetypen und der Möglichkeit, Video- und Audiodateien direkt in Fragen zu integrieren, können in einer Classtime-Lektion verschiedene Kompetenzen abgerufen werden (siehe Video zu Fragetypen und zu Hinterlegen von Kompetenzen).

 

Neutrale und faktenbasierte Rückmeldung

Das System gibt eine neutrale und faktenbasierte Rückmeldung, welche erstmal nicht persönlich / emotional aufgeladen ist. Der/die Lernende erhält eine objektive Übersicht über Stärken und Schwächen sowie zu vertiefende Bereiche. Dies kann beispielsweise umgesetzt werden, indem die Schülerinnen anonym oder unter Pseudonym teilnehmen. Nachträglich kann die Lehrperson die Antworten der Klasse konsolidiert besprechen (oder unter Ausblendung der Namen). Ebenfalls kann die Lehrperson der Klasse “Vorschau”-Links teilen, mit welchen ein Name oder ein Einloggen der Schülerinnen von vornherein nicht erforderlich ist (siehe Artikel).

 

Möglichkeit der neuartigen Ausgestaltung der Rolle der Lehrperson

Ebenfalls vorteilhaft sind die Möglichkeiten, die Classtime für das selbstständige Lernen bietet. In Settings wie Flipped Classroom können SchülerInnen in ihrem eigenen Umfeld und Tempo den Lerninhalt ohne Druck erarbeiten. Über Classtime erhalten sie sofort Rückmeldung zu ihrem Lernfortschritt. Dabei wird viel Verantwortung auf die Lernenden übertragen. So üben die Lernenden auch ihren Fähigkeiten zu vertrauen, wenn ihnen bewusst wird, wie viel sie selber leisten können. Der Lehrperson bietet sich die Möglichkeit, ihre Rolle etwas anders zu gewichten, sich von der Beurteilung und Korrektur von bearbeiteten Aufgaben, dies übernimmt Classtime, loszulösen. So kann sie ihre Rolle als ZusprecherIn, MotivatorIn und/oder Coach vertieft entwickeln. Mehr zu Flipped Classroom erfahren Sie hier.

Eine Funktion von Classtime, die sich ebenfalls hervorragend zur Festigung von Selbstwirksamkeit eignet, sind die Kollaborativen Challenges. Kollaborative Challenges fördern einerseits den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Lernenden und andererseits ermöglichen sie, Wissen in einer leistungsdruckfreien Umgebung abzufragen. Als Teilnehmer an einer Kollaborativen Challenge erfahren die Schüler, dass sie als Individuum wertvollen Input liefern können, um die Gruppe/Klasse weiterzubringen. So können sie gemeinsame Erfolge feiern und auf spielerische Art und Weise Herausforderungen lösen. Dieses Video erklärt Ihnen mehr über die Kollaborativen Challenges, oder besuchen Sie unser Hilfe-Center für mehr Informationen.

Zusätzlich erhalten die Lehrpersonen mit jeder Classtime Lernzielkontrolle einen detaillierten und aktuellen Überblick über die individuellen Lernstände in der Klasse. So können sie gezielt auf Schwächen eingehen und schülerbezogenes, relevantes Feedback geben. Die Lehrperson spart so Zeit – und die Schüler profitieren von massgeschneiderten Rückmeldungen und persönlichem Zuspruch, der es ihnen ermöglicht, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

 

Selbstreflexion mit Classtime

Weiterführend kann Classtime auch genutzt werden, um eine Reflexion zur Lektion durchzuführen (Lektionseinstellung “Reflexion zur Lernzielkontrolle”), in  welcher die Lernenden dazu angeregt werden, über die erlernten Kompetenzen und die eigenen Fähigkeiten nachzudenken, sodass ihnen bewusst wird, was sie schon können und wie sie ihre Kenntnisse vertiefen und anwenden können.

Es bietet sich auf Classtime auch die Möglichkeit, mit Freitext-Fragen die Schüler aufzufordern, Rückmeldung zum Unterricht, der letzten Lernzielkontrolle, dem abgeschlossenen Thema, usw. zu verfassen. Die Antworten der Schüler können als Excel-Datei heruntergeladen werden. So erhält die Lehrperson eine übersichtliche Darstellung über die Anregungen der Schüler und was man noch weiter vertiefen oder bearbeiten sollte. Denis Ganath von der Schule “Lern mit” beschreibt in diesem Video, wie Classtime als Journaling-Tool eingesetzt werden kann.

 

Ermöglichung der Erstellung und des Teilens eigener Inhalte

Die Lernenden können mit Classtime selber eigene Fragensets erstellen, um damit das  Erlernte zu vertiefen und das angeeignete Wissen auf praktische Art zu prüfen. Mehr dazu erfahren Sie hier. Die Fragen können sie anschliessend mit ihren Klassenkameraden teilen. So können sie sich Feedback einholen, sich zum Lerninhalt austauschen und ihre eigenen Fähigkeiten ohne Leistungsdruck überprüfen.

Wir können uns gut vorstellen, dass Classtime noch viele andere spannende Möglichkeiten bietet, um die Selbstwirksamkeit zu trainieren. Wichtig bleibt dabei, dass die Schüler als Individuen in Entwicklung im Zentrum stehen. Je höher die Selbstwirksamkeit, desto mehr traut man sich zu und mehr möchte man lernen. Selbstwirksamkeitsförderung ist keine Trockenschwimmübung, sondern hat auch Einfluss auf die Lernerfahrung und Entwicklung der Lernenden während des Unterrichts. Dank Classtime kann das auf spielerische Art und Weise unterstützt werden.

 

Quellen:

 

 


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